Wildhub ist mehr als nur eine Plattform: Es ist ein zentraler Knotenpunkt für Wissenschaftler, Naturschützer und Praktiker, die sich mit der Erhaltung und dem Verständnis österreichischer Wildtiere beschäftigen. Seit seiner Gründung 2015 verbindet das Projekt Datenbanken, Forschungsprojekte und praktische Maßnahmen – von der Überwachung von Luchsen bis zur Bekämpfung von Invasivarten. Besonders in Zeiten des Klimawandels wird Wildhub immer wichtiger, da es als Brücke zwischen Forschung und Umsetzung dient. Die Daten, die hier gesammelt werden, helfen nicht nur, bedrohte Arten zu schützen, sondern auch, langfristige Strategien für die Biodiversität zu entwickeln.
Ein zentraler Aspekt von Wildhub ist die Vernetzung von Expert:innen aus ganz Österreich. Über 200 Partnerorganisationen, Universitäten und NGOs arbeiten hier zusammen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Wildtiere in urbanen Räumen“, bei dem Wildhub Daten zu Füchsen, Marder und anderen Tieren in Städten sammelt. Diese Informationen ermöglichen es, gezielt Lebensräume zu schaffen, die auch Menschen und Wildtieren gerecht werden. Besonders beeindruckend ist, wie Wildhub auch internationale Kooperationen fördert – etwa mit Projekten in der Slowakei oder Ungarn, wo ähnliche Herausforderungen wie in Österreich auftreten.
Daten sind der Schlüssel zu nachhaltigem Naturschutz. Wildhub nutzt moderne Technologien wie Kamerasysteme, GPS-Tracking und Citizen Science, um umfangreiche Datensätze zu sammeln. Ein besonders innovatives Beispiel ist das „Wildhub-Beobachtungsnetz“, bei dem Bürger:innen mit einfachen Kameras Daten einbringen können. Diese Methode hat gezeigt, dass sie nicht nur die Datengrundlage erweitert, sondern auch das Bewusstsein für Wildtiere stärkt. Gleichzeitig werden diese Daten in Echtzeit ausgewertet, um Trends zu erkennen – etwa die Ausbreitung von Rehen in neuen Gebieten oder die Verschiebung von Brutzeiten durch Klimawandel.
Doch Wildhub geht über reine Datensammlung hinaus. Es setzt sich aktiv für politische Maßnahmen ein, etwa durch die Förderung von Schutzgebieten oder die Regulierung von Wildtierbejagung. Ein aktuelles Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, die darauf abzielt, die Zahl der Luchse in Österreich zu verdoppeln. Durch gezielte Maßnahmen wie die Wiederansiedlung von Luchsen in den Alpen und die Verbesserung von Lebensräumen für ihre Beutetiere wird Wildhub hier eine Schlüsselfigur. Die Erfolge sind bereits sichtbar: Seit der Wiederansiedlung im Jahr 2016 wurden mehrere Nachwuchsverpaarungen dokumentiert.
Für viele Menschen ist Wildhub ein Ort, an dem sie nicht nur Informationen finden, sondern auch aktiv mitgestalten können. Die Plattform bietet Workshops, Schulungen und Fortbildungen für Naturschützer:innen, aber auch für Laien, die sich für Wildtiere interessieren. Ein besonders beliebtes Format sind die „Wildhub-Treffen“, bei denen Forscher:innen und Praktiker:innen über aktuelle Projekte und Ergebnisse diskutieren. Diese Vernetzung ist entscheidend, um Wissen zu teilen und innovative Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig wird durch solche Veranstaltungen auch das öffentliche Bewusstsein für Wildtiere gestärkt – etwa durch Aufklärungsarbeit zu den Gefahren von Wildschweinbeständen oder der Bedeutung von Wildblumenwiesen.
Doch wie sieht es mit den Herausforderungen aus? Wildhub steht vor großen Aufgaben, etwa die Integration neuer Technologien oder die Bewältigung von Konflikten zwischen Wildtieren und Menschen. Ein Beispiel hierfür ist die Bekämpfung von Wildschweinen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, wo sie erhebliche Schäden an Ernten verursachen. Hier setzt Wildhub auf eine Kombination aus Monitoring, Management und Kommunikation – etwa durch Kampagnen, die Landwirt:innen sensibilisieren und ihnen zeigen, wie sie mit Wildschweinen umgehen können. Gleichzeitig wird an Lösungen gearbeitet, die sowohl den Schutz der Tiere als auch die wirtschaftliche Interessen der Anwohner:innen berücksichtigen.
Wer mehr über die Arbeit von Wildhub erfahren möchte, findet auf der Plattform eine Fülle an Informationen zu aktuellen Projekten, Datenbanken und Veranstaltungen. Besonders lohnend ist die Möglichkeit, sich direkt einzubringen – sei es durch die Teilnahme an Citizen-Science-Projekten oder durch die Unterstützung von Schutzmaßnahmen. mehr sehen
- Seit 2015 sammelt Wildhub Daten zu über 50 Wildarten in Österreich, darunter Luchs, Wildkatze und Fischotter.
- Durch Citizen-Science-Projekte haben bereits über 5.000 Bürger:innen Daten zu Wildtieren eingereicht.
- Wildhub unterstützt die Wiederansiedlung von Luchsen und hat bereits mehrere Nachwuchsverpaarungen dokumentiert.
- Die Plattform arbeitet mit über 200 Partnerorganisationen zusammen, darunter die Österreichische Wildtierstiftung und die Umweltbundesamt.
- Durch Monitoring-Systeme kann Wildhub in Echtzeit auf Klimawandel-Effekte reagieren, etwa durch Verschiebungen von Brutzeiten.
